Antworten auf die wichtigsten Fragen
Warum hat sich die Kirchengemeinde zurückgezogen?
Der Rückzug der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden aus einer Vielzahl von Kirchengebäuden ist eine Reaktion auf sinkenden Mitgliederzahlen in den Gemeinden. Für die Kirchengemeinde Plieningen-Birkach mit derzeit rund 5.000 Gemeindegliedern ist eigentlich nur noch ein Kirchengebäude angemessen. Einschließlich unserer Himmelfahrtskirche hatten wir derer allerdings fünf, darunter die denkmalgeschützte Martinskirche in Plieningen und die Franziskakirche in Birkach. Es war also absehbar, dass die Himmelfahrtskirche aufgegeben würde.
Warum gibt die Landeshauptstadt kein Geld?
Aufgrund von geringeren Steuereinnahmen hat sich die finanzielle Lage für die Stadt Stuttgart extrem verschlechtert. Wir hatten frühzeitig unseren Bedarf angemeldet und rechneten fest mit einer Unterstützung im städtischen Doppelhaushalt 2026/27; leider erhielten wir Ende 2025 eine Absage. Daher sind wir nun auf uns selbst gestellt.
Schönberg ist doch Pilotprojekt für die soziale Quartiersentwicklung. Warum gibt’s aus diesem Topf keine finanzielle Unterstützung?
Das ist richtig. Auch wir hofften, dass uns dieser Status zugutekommen sollte – was leider nicht der Fall ist. Das Projekt soziale Quartiersentwicklung ist zwar mit Personal, nicht aber mit Budget ausgestattet. Die für den Schönberg zuständige Mitarbeiterin der Stadt hat sich zwar an vielen Stellen der Verwaltung für uns eingesetzt, konnte aber aufgrund der finanziellen Restriktionen nichts für uns erwirken.
Ist der Erhalt der Himmelfahrtskirche langfristig sichergestellt?
Mit Unterstützung der Schönberger Community können wir es schaffen, die Kirche und den Spielplatz in den nächsten Jahren zu betreiben. Der Schönberg ist stadtweit für sein außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement bekannt. Daher sind wir sehr optimistisch, dass wir hier gut vorankommen. Mit ausreichender finanzieller Unterstützung und einem darauf basierenden langfristigen Pachtvertrag mit der Eigentümerin der Liegenschaften, der evangelischen Pfarreistiftung, wäre der Erhalt zumindest mittelfristig sicherzustellen. Eine Garantie für einen langfristig gesicherten Betrieb können wir nicht geben.
Was passiert mit dem Vermögen des Forum im Schönberg, wenn Kirche und Spielplatz am Ende doch aufgegeben werden müssen?
Wir glauben fest an den Erfolg unseres Engagements. Aber auch ein Scheitern muss eventuell in Kauf genommen werden. In diesem Fall würde ein eventuell bestehendes Restvermögen dem in der Vereinsatzung definierten gemeinnützigen Zweck zugeführt werden.
Was wird eigentlich aus dem Bürgerverein Schönberg, wenn der Gemeindesaal nicht mehr zur Verfügung steht?
Alle Veranstaltungen des Bürgervereins finden tatsächlich im Gemeindesaal, in der Kirche oder auf dem Gelände um die Kirche statt. Sollten diese Räumlichkeiten und diese Fläche nicht mehr zur Verfügung stehen, könnte der Bürgerverein sein kulturelles Programm für die Schönberger Community nicht mehr durchführen und würde sich auflösen. Das wäre das Ende des bürgerschaftlichen Engagements im Schönberg. Das wollen wir unbedingt verhindern.
Was passiert mit der Himmelfahrtskirche, wenn das Forum im Schönberg die Finanzierung ihres Betriebs nicht stemmen kann?
Das Gebäude gehört nach wie vor der Kirchengemeinde Plieningen-Birkach, das Grundstück gehört der Pfarreistiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die Kirchengemeinde den Erbpachtvertrag kündigt und das Gelände „im Ursprungszustand“ zurückgibt, d. h. Kirche, Spielplatz und ehemaliges Kindergartengebäude werden zurückgebaut. An dieser Stelle könnte dann, nach einer eventuellen Umwidmung des Grundstücks, eine Wohnanlage entstehen.
Wie hoch sind die jährlichen Kosten für den Betrieb der Gebäude und des Spielplatzes?
Wir haben Kosten von rund 30.000 Euro für den laufenden Betrieb: Erbpacht für das Grundstück, Heizung, Strom, Wasser, Versicherung, Reinigung, Kleinreparaturen etc. Umfangreiche Reparaturen sind hier nicht berücksichtigt und könnten aktuell nicht finanziert werden.
Welche Einnahmen hat das Forum im Schönberg?
Einnahmen entstehen durch die Vermietung von Räumlichkeiten an Sportvereine, eine Tanzschule und einen Seminaranbieter. Auch für Geburtstage und Hochzeiten steht der Gemeindesaal zur Verfügung. Der Kirchenraum ist nicht entwidmet und kann daher weiterhin für Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern genutzt werden. Weitere Einnahmen sind die Mitgliedsbeiträge und Spenden. Dies alles deckt einen Teil der Kosten, bei weitem aber nicht die Gesamtkosten.
Bekommt der Vorstand vom Forum im Schönberg Geld?
Vorstandsmitglieder und alle Helferinnen und Helfer arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und erhalten keine finanziellen Zuwendungen.
Sind Spenden steuerlich absetzbar?
Ja, das Forum im Schönberg ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.
Ich möchte kein Namensschild an der Kirche haben – kann ich auch anonym spenden?
Das geht selbstverständlich auch.
Ich überlege, eine größere Spende zu tätigen oder das Forum im Schönberg anderweitig zu begünstigen. Was ist zu tun?
Im Vorstand vom Forum im Schönberg engagieren sich auch ein Finanzexperte, ein Jurist und ein Steuerberater; sie stehen gerne für ein vertrauliches Erstgespräch zur Verfügung.
Wie hängt denn das Forum im Schönberg mit dem Bürgerverein Schönberg zusammen?
Der Bürgerverein Schönberg organisiert Veranstaltungen, um die Nachbarn im Stadtteil zusammenzubringen, und setzt sich z. B. bei der Landeshauptstadt Stuttgart oder der SSB für die Belange des Stadtteils ein. Das Forum im Schönberg kümmert sich um den Erhalt und den Betrieb von Himmelfahrtskirche, Gemeindesaal, Spielplatz („Plätzle“) und dem Gebäude des ehemaligen Kindergartens („Häusle“). Beide Vereine arbeiten sehr eng zusammen, einige Schönberger sind in beiden Vereinsvorständen engagiert.